KAI in Kopenhagen: Ein neues Wasser- und Kulturhaus macht den Hafen zum Erlebnis

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Redakteur
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(CIS-intern) – Schwimmen mit Hafenblick, Entspannung im heißen Onsen und Kultur zwischen markanten Backsteintürmen: Am 5. Dezember 2026 eröffnet KAI auf der Kopenhagener Insel Paper Island. Das außergewöhnliche Bauwerk soll mehr werden als ein Schwimmbad, nämlich ein neuer Treffpunkt für Einheimische, Kulturinteressierte und Besucher der dänischen Hauptstadt.

Kopenhagen und das Wasser, das gehört zusammen wie Fischbrötchen und Hafen. Doch die dänische Hauptstadt legt noch einmal nach: Mit KAI entsteht auf Paper Island, auch als Papirøen bekannt, ein Wasser- und Kulturhaus, das Schwimmen, Wellness, Architektur und kulturelle Begegnungen unter einem Dach vereint. Und weil Kopenhagen bekanntlich auch beim Thema Design nicht kleckert, sondern klotzt, darf man sich auf ein architektonisches Schmuckstück freuen.

Entworfen wurde das Gebäude vom japanischen Architekturbüro Kengo Kuma & Associates. Auf einer Fläche von rund 5.800 Quadratmetern warten zehn Becken, unterschiedliche Wellnessangebote und Räume für kulturelle Veranstaltungen. Dazu kommt der direkte Zugang zum Hafen. Wer hier künftig seine Bahnen zieht, kann also zwischen klassischem Schwimmbad und nordischem Wassererlebnis wählen.

Zehn Becken, fünf Backsteintürme und jede Menge Wasser

Das Herzstück von KAI sind seine zehn Becken, die sich über mehrere Ebenen verteilen. Im Erdgeschoss finden sich ein 25-Meter-Schwimmbecken, ein Lehrschwimmbecken und drei Spielbecken für Kinder. Damit kommen sowohl sportlich ambitionierte Schwimmer als auch kleine Wasserratten auf ihre Kosten.

Eine Etage höher wird es gemütlicher – zumindest teilweise. Hier befinden sich ein Therapiebecken mit angenehmen 36 Grad, ein Heißwasserbecken mit 42 Grad und ein Kaltwasserbecken mit erfrischenden 15 Grad. Letzteres dürfte vor allem bei denjenigen beliebt sein, die ihren Kreislauf ordentlich auf Trab bringen möchten. Oder bei denen, die sich nach dem ersten Fußkontakt fragen, ob sie ihre Entscheidung noch einmal überdenken sollten.

Ein besonderes Highlight ist der sogenannte Valley Pool. Das Außenbecken liegt zwischen fünf markanten Backsteintürmen und ermöglicht das Schwimmen unter freiem Himmel. Wer es lieber warm und mit Aussicht mag, findet im beheizten Onsen bei 36 Grad Wassertemperatur Entspannung. Der Blick über den Kopenhagener Hafen gehört dabei praktisch zum Wellnessprogramm.

Baden im Hafen – mit Blick auf die Stadt

KAI beschränkt sich allerdings nicht auf das Wasser innerhalb seiner Mauern. Auch der Hafen selbst wird Teil des Konzepts. Geplant sind ein 12 mal 50 Meter großer Schwimmbereich mit Blick auf den Opernpark sowie ein weiterer Bade- und Tauchbereich von 6 mal 22 Metern direkt vor dem Gebäude.

Damit wird das Hafenbaden, das in Kopenhagen längst einen festen Platz im Stadtleben hat, um ein weiteres Angebot ergänzt. Ein Holzdeck am Ufer lädt zum Verweilen ein. Sowohl das Deck als auch das öffentliche Hafenbad sollen rund um die Uhr und ganzjährig zugänglich sein.

Natürlich setzt das voraus, dass die jeweiligen Badebedingungen es zulassen. Aber die Vorstellung, mitten in einer europäischen Hauptstadt ins Hafenwasser zu springen, anschließend auf dem Holzdeck zu entspannen und dabei das maritime Stadtleben zu beobachten, hat durchaus ihren Reiz.

Die Außenanlagen für das Hafenbaden sollen Anfang 2027 vollständig fertiggestellt sein. Wer gleich zur Eröffnung im Dezember vorbeischauen möchte, muss also damit rechnen, dass noch nicht alles komplett ist.

Architektur, die sich sehen lassen kann

Auch optisch dürfte KAI zu den interessanteren Neubauten Kopenhagens gehören. Fünf Backsteintürme scheinen über einer leichten Glasstruktur zu schweben. Ihre Formen orientieren sich an den darunterliegenden Wasserbecken. Das Gebäude wirkt dadurch weniger wie ein gewöhnliches Hallenbad und eher wie eine Mischung aus moderner Architektur, Kulturzentrum und maritimem Erlebnisraum.

Für das Bauwerk wurden nach Angaben des Projekts rund 300.000 handgefertigte Ziegelsteine und 403 Fenster verwendet. Letztere sollen gezielt Ausblicke auf die Umgebung ermöglichen und gleichzeitig möglichst viel Tageslicht ins Innere bringen.

Im höchsten der fünf Türme entsteht der sogenannte Culture Tower. Dort sollen kulturelle Veranstaltungen stattfinden und lokale Vereine, Initiativen sowie Kulturschaffende zusammenkommen. Auch die Bevölkerung soll sich beteiligen können: Kopenhagenerinnen und Kopenhagener dürfen Ideen für kulturelle Aktivitäten rund um das Thema Wasser einreichen und damit das Programm mitgestalten.

Das ist ein interessanter Ansatz. Schließlich muss ein Gebäude nicht allein durch Beton, Glas und Ziegelsteine überzeugen. Erst wenn Menschen es mit Leben füllen, wird aus einer architektonischen Sehenswürdigkeit ein echter Treffpunkt.

Eine Idee aus der Bevölkerung

Bemerkenswert ist auch die Entstehungsgeschichte von KAI. Die Idee für das Wasser- und Kulturhaus geht auf einen Aufruf der Stadt Kopenhagen aus dem Jahr 2015 zurück. Damals waren Vorschläge für eine neue Kultur- und Freizeiteinrichtung auf Paper Island gefragt. Insgesamt gingen 160 Ideen ein.

Die große Mehrheit der Vorschläge sprach sich für einen Ort aus, an dem Schwimmen und Erholung mit Gemeinschaft und Kultur verbunden werden. Gewünscht war also nicht einfach ein weiteres Schwimmbad, in dem man seine Bahnen zieht und anschließend wieder nach Hause geht. Vielmehr sollte ein Ort entstehen, an dem sich Nachbarschaften, Vereine und unterschiedliche Generationen begegnen können.

Genau diesen Gedanken greift KAI auf. Das Haus soll körperliches Wohlbefinden, Entspannung und kulturelles Leben miteinander verbinden und so zu einem festen Bestandteil des städtischen Alltags werden.

Auch Kopenhagens Oberbürgermeisterin Sisse Marie Welling begrüßt das neue Angebot. Sie hebt insbesondere hervor, dass die Stadt zusätzliche Schwimmmöglichkeiten benötigt – sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Ihre Hoffnung: KAI soll zu einem Treffpunkt für wasserbegeisterte Menschen aus Kopenhagen und für Gäste der Stadt werden.

132 Millionen Euro für Wasser, Kultur und Begegnung

Ein solches Projekt gibt es natürlich nicht zum Schnäppchenpreis. Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt 989 Millionen dänische Kronen, umgerechnet rund 132 Millionen Euro.

Davon übernimmt die Stadt Kopenhagen 443 Millionen Kronen. Weitere 546 Millionen Kronen kommen von der Stiftung Nordea Fonden. Insgesamt bietet das Haus Platz für bis zu 380 Badegäste.

Die Eintrittspreise sollen sich an denen der übrigen städtischen Schwimmbäder orientieren. Damit soll KAI nicht ausschließlich ein exklusiver Wellnessort für Menschen mit besonders dickem Geldbeutel werden, sondern möglichst vielen Menschen offenstehen.

Die regulären Öffnungszeiten sind täglich von 6 bis 21 Uhr vorgesehen. Frühaufsteher können damit bereits vor dem Arbeitstag ihre Bahnen ziehen, während andere den Feierabend lieber im warmen Wasser ausklingen lassen.

Eröffnung am 5. Dezember 2026

Noch wird auf Paper Island gebaut. Am 5. Dezember 2026 soll KAI seine Türen öffnen. Die vollständige Fertigstellung der Außenanlagen für das Hafenbaden ist für Anfang 2027 vorgesehen.

Für Besucher Kopenhagens könnte das Wasser- und Kulturhaus künftig ein zusätzlicher Grund sein, einen Abstecher an den Hafen zu unternehmen. Und wer nach einem langen Stadtrundgang eine Pause braucht, muss nicht unbedingt im Café sitzen. Vielleicht ist ein Sprung ins Wasser die bessere Alternative, sofern man Badesachen dabei hat.

KAI verbindet gleich mehrere Dinge, die Kopenhagen auszeichnen: die Nähe zum Wasser, moderne Architektur, den Anspruch auf hohe Lebensqualität und die Idee, öffentliche Räume für möglichst viele Menschen zu schaffen.

Mein Fazit: Ein Schwimmbad mit Kulturprogramm, ein Wellnessbereich mit Hafenblick und ein öffentliches Badeangebot mitten in der Stadt – KAI klingt nach einer spannenden Mischung. Ob sich das Konzept im Alltag bewährt, wird sich nach der Eröffnung zeigen. Die Voraussetzungen für einen neuen Publikumsmagneten sind jedenfalls vorhanden. Und wer weiß: Vielleicht wird das Wasser- und Kulturhaus schon bald zu einem der Orte, an denen Kopenhagen seine besondere Verbindung zwischen Stadtleben und Meer einmal mehr unter Beweis stellt.

Weitere Informationen: kai.kk.dk

Foto: Rasmus Hjortshøj / viositdenmark