Dänemark: Ein ganzes Land im rot-weißen Weihnachtsfieber

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Redakteur

(CIS-intern) –  Advents- und Weihnachtszeit in Dänemark: Schönes Design, üppige Kulinarik und lange kulturelle Traditionen bieten Urlaubern spannende Einblicke in eine Gesellschaft mit ausgeprägtem Wohlfühl-Willen

Foto: VisitDenmark / Kristian Krogh

Zugegeben, die Tradition des Weihnachtsbaumes haben die Dänen den Deutschen „geklaut“, doch alles andere rund um die Weihnachtszeit und ihre Gebräuche ist beim nordischen Nachbarn absolut originär. Und das in jedem Jahr schon ab November. Dann reiben sich die Restaurantchefs die Hände: Mit dem Beginn der „Julefrokost“-Zeit, die bis zum eigentlichen Weihnachtsfest dauert, kommen Familien, Freunde und Firmen zu üppigen Vorweihnachtsfeiern zusammen. Start des „Weihnachts-Lunchs“ ist um die Mittagszeit, aber eigentlich auch egal. Die Dauer allerdings nicht: Mehrere Stunden wird gegessen und getrunken, nicht selten bis zum Umfallen. Die vielen Gänge klassischer Weihnachtsspeisen wie eingelegte Heringe, Entenkeule und „Risalamande“ (Mandel-Milchreis) werden traditionell von Bier und Schnaps begleitet. Extra zum Fest der Feste wird von allen Brauereien des Landes ein starkes „Julebryg“-Bier gebraut. Der „Jule-Akvavit“ bekommt jedes Jahr zur Freude der Sammler sogar eine neue Flaschenform, der Inhalt eine besondere Geschmacksnote. Wer also die Tafel hungrig und nüchtern verlässt, hat etwas grundlegend falsch gemacht.

 

Aber nicht nur die Speisenfolge des Julefrokost ist ein in Stein gemeißelter Brauch in der  Vorweihnachtszeit. Auch das tägliche Anzünden einer Kalenderkerze mit 24 Strichen und das Basteln von „Julehjerter“, Weihnachtsherzen aus Glanzpapier, die mit Kleinigkeiten gefüllt werden können, gehört dazu. Glaubt man den Überlieferungen, war es  Dänemarks großer Geschichtenerzähler Hans Christian Andersen, der diese Tradition zum Leben erweckt hat. Besonders wichtig bei jeder Bastelaktion sind natürlich auch traditionelle Leckereien zum Versüßen der Handarbeit. Besonders beliebt sind der dänische „Gløgg“ mit Mandeln und Rosinen und „Æbleskiver“, kleine Krapfen serviert mit Puderzucker und Marmelade.

 

Wer beim Weihnachtsschmuck eher dem Geschmack führender Designer als den eigenen Fertigkeiten vertraut, steht bei dänischen Schmuck-, Hausrat- , Glas- und Porzellan-Produzenten vor der Qual der Wahl: Jedes Jahr werden neue Weihnachtskreationen entworfen, deren Schönheit und Vielfalt tiefe Löcher in ein gut gefülltes Portemonnaie reißen können. Zur vorweihnachtlichen Dekoration gehören aber natürlich auch traditionelle Adventskalender und die „Nisser“, kleine Kobolde, die als Figuren überall im Haus platziert und später in Papierform an den Baum gehängt werden. Vor allem in den ländlichen Gebieten schreibt man ihnen noch viel Einfluss zu, ein wenig Furcht eingeschlossen. Deshalb werden auf viele Dachböden Dänemarks in der Vorweihnachtszeit Schüsseln mit Reisgrütze gestellt. Mit dem Lieblingsessen der Weihnachtsnisser hofft man, diese auch für lange Zeit nach dem großen Fest friedlich zu stimmen.

 

Weniger Dekoration, aber seit 1904 auch eine mittlerweile langjährige Weihnachtstradition ist die „Julemærke“. Diese Weihnachtsbriefmarke wird jedes Jahr im November mit einem neuen Motiv veröffentlicht, der Erlös des Verkaufs kommt wohltätigen Zwecken zugute. Besonders gefragt war die Ausgabe mit dem Motiv aus der kreativen Feder von Königin Margrethe II.

 

Wer der dänischen Sprache mächtig ist und dänisches TV empfängt, kann sich in der Vorweihnachtszeit wie die Dänen am „Weihnachtskalender“ erfreuen. Die 24-teilige Geschichtensammlung mit bekannten dänischen SchauspielerInnen ist seit den 1960ern Kult in Dänemark. Kein anderes Fernsehereignis schafft es, wirklich alle Generationen vor dem Bildschirm zu versammeln.


Vorfreude ist bekanntlich die größte Freude, und so bekommt selbst der Heilige Abend ein Vorspiel: Am 23. Dezember trifft man sich zum „Lille Juleaften“, dem „kleinen Weihnachtsabend“, an dem der Baum gemeinschaftlich festlich geschmückt wird – zusätzlich zu den Julehjerter mit dänischen Flaggen und natürlich mit echten Kerzen. Letzte Vorbereitungen gehen oft nahtlos in den Heiligen Abend über, an dem auch in Dänemark die Geschenke idealerweise für frohe Gesichter und gute Laune sorgen. Vor dem Schenken aber kommt die Bewegung: Hand in Hand tanzt man in Dänemark der Tradition folgend unter lautem Singen von Weihnachtsliedern um den Baum, erst dann darf ausgepackt werden.

 

Die Weihnachtsbäume in Dänemarks Haushalten sind im Übrigen nur zwei von zwölf Millionen Nordmanntannen, die jedes Jahr zum Fest im eigenen Land geschlagen werden. Der Rest wird exportiert, die Hälfte davon nach Deutschland. 

 

Und was wünscht man sich in Dänemark zu Weihnachten? „God jul“, frohe Weihnachten.

Siehe auch unsere Fotogalerie aus Krusmøle

Weitere Informationen über Weihnachtstraditionen und Weihnachtsmärkte in Dänemark:

www.visitdenmark.de/weihnachten  

 

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