Wirtschaftsförderungen Nordfriesland und Tondern stärken ein kooperatives Miteinander

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Redakteur

CIS –

Beim diesjährigen Deutsch-Dänischen Export-Netzwerk gab es handfeste Unterstützung und nützliche Tipps aus der Praxis für Firmen und deren ersten oder auch den nächsten Schritt in ausländische Märkte. Dazu trafen sich knapp 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Unternehmen nördlich und südlich der Grenze auf Schloss Schackenborg in Møgeltondern und folgten den Praxisberichten der Redner.

Foto: Mario De Mattia

Das deutsch-dänische Projekt Fit4Jobs@WaddenC (F4J) setzt sich aktiv für einen lebendigen Dialog und ein kooperatives Miteinander in der deutsch-dänischen Wirtschaftsregion ein. Das Ziel ist es, Synergien zu nutzen und so die Entwicklung der Standorte voranzutreiben. Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze sollen für ein grenzüberschreitendes Arbeiten motiviert und qualifiziert werden. Darüberhinaus möchte die Initiative die ansässigen Wirtschaftsakteure bei der Fachkräftegewinnung unterstützen. Dies geschieht zum großen Teil durch den Aufbau eines soliden grenzüberschreitenden Netzwerkes.

Tommy Seeberg leitet mit der Firma „Hydro Precision Tubing“ gleichzeitig ein deutsches und ein dänisches Unternehmen und ist sich sicher, dass die Deutschen von der leichteren und offeneren dänischen Mentalität profitieren können, die Dinge engagierter anzugehen. Umgekehrt könnten sich die Dänen von den deutschen Kollegen die Disziplin und Gründlichkeit im Arbeitsleben abschauen. Christoph Voß von „Voss GmbH & Co. KG“ weist darauf hin, dass es unabdingbar ist, die kulturellen Unterschiede des jeweiligen Landes zu beachten und zu respektieren.

Damit sind nicht nur die verschiedenen Geschmäcker und Vorlieben gemeint, sondern insbesondere auch die Notwendigkeit unterschiedlicher Marketingstrategien. So berichtete er über die Erfahrungen beim Aufbau einer Vertriebs-Internetplattform in 7 europäischen Ländern. Export-Spezialist Christian Lohse von Adolf Nissen Elektrobau GmbH & Co KG, die in über 60 Ländern Road Safety-Systeme aus Tönning in die Welt vertreiben, gibt ganz konkret zu Bedenken: „Es ist grob fahrlässig anzunehmen, dass sich die Gepflogenheiten aus dem Heimatmarkt einfach auf ein Nachbarland übertragen lassen.“

Einen ganz anderen entscheidenden Knackpunkt in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark sieht Prof. Dr. Thomas Ebel von der Syddansk Universität, der von vielen „Hidden Champions“ in der Region spricht. Seiner Meinung nach sind auf dem Gebiet der Digitalisierung zukünftige Investitionen unabdingbar. Einigkeit herrschte darüber, dass die Kommunikation und das Netzwerken zwischen beiden Ländern das A und O sind. Die Wirtschaftsförderung Nordfriesland unterstützt tatkräftig dabei. „Unser Ziel ist es, mögliche grenzübergreifende Kooperationspartner zusammenzubringen, um sich gegenseitig den Zugang zu

Export- und Vertriebswegen auf neuen Absatzmärkten zu erleichtern,“ so Dr. Matthias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordfriesland.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von der Wirtschaftsförderung Nordfriesland und der Tønder Kommune zusammen mit Dansk Industri, Unternehmensverband Unterelbe Westküste e. V. und Industrie- und Handelskammer zu Flensburg.

Die Veranstaltung ist ein Angebot des Interreg5a-Projektes „Fit4jobs@WaddenC“ und wird gefördert durch Interreg Deutschland-Danmark mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

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